Das Jahr des Wechsels

Nun ist das neue Jahr  schon wieder einen knappen Monat alt. So schnell wie 2011 ging, kam das Jahr 2012, mit einem eigentümlichen Klima von Wechsel, Veränderung, Neubeginn. Um mich herum verändern sich Zusammenhänge.  Freunde und Familie berichten, alle auf unterschiedliche Weise, aber thematisch auffällig ähnlich: In diesem Jahr wird sich einiges tun – und es wird offenbar einiges getan.

Da werden Arbeitsplätze und Lebenszusammenhänge verändert, neue Dinge ausprobiert. Freundschaften verändert und neu angesehen, der Blick auf politische Zusammenhänge wird strenger und klarer. Menschen trennen sich und finden neu zusammen, unter anderen Vorzeichen, mit anderen Zielen und Erwartungen. Eine Freundin berichtet, sie habe noch nie das Gefühl gehabt, so wie in diesem Jahr, dass sie vieles grundlegend ändern wird. Immerhin aber eines, sagt sie: Ihre Haltung zu Veränderungen.

Auch unsere Bundeskanzlerin betonte in ihrer  Neujahrsansprache tiefgreifende Veränderungen, die das Jahr 2012 mit sich bringen wird. Da sind wir ja inzwischen einiges gewöhnt. Das sprichwörtliche „Gürtel enger schnallen“ entlockt den meisten von uns nur noch ein müdes Gähnen und ein geseufztes „Jaja“ – Mut macht es nicht. Also sprach Frau Merkel dieses Mal  von „ganz eigenen Herausforderungen“, die das Jahr 2012 mit sich bringe. Da bin ich dabei. Wenn etwas in der Deutung dehnbar ist, deute ich es gerne in der positivst möglichen Weise, statt erst einmal Bedenken zu tragen und die Risiken anzuschauen.

Unser innerer Miesmacher, in meinem Buch „Du bist großartig!“ heißt er „Icke“, würde sich nun zu gern einschalten und sagen: „Ach. Hör doch auf. Das sind doch alles Hirngespinste. Nun redest Du von Wechsel und Veränderung, aber in Wahrheit schaffst Du das alles doch sowieso nicht.“ Meine Freundin zum Beispiel hat Icke stummgeschaltet, sozusagen geknebelt, und mir am Telefon eine Textstelle aus meinem Buch vorgelesen:

„Immer wieder die eigene Routine zu durchbrechen, etwas Neues zu wagen und ungewohnte Dinge auszuprobieren, ist ein (…) wichtiger Motivator. Zugegeben ist es eine Herausforderung, weil Vertrautes zunächst weniger Anstrengung bedarf und in Fleisch und Blut übergegangen ist.“ („Du bist großartig“, S.133 ff)

„Aber weißt Du, Meike“, hat meine Freundin (eine passionierte Hosenträgerin) dann gesagt, „Neues belebt und stärkt, so steht es da ja auch in der Kapitelüberschrift. Ich habe mir übrigens heute einen richtig schicken Rock gekauft. Mit Stiefeln dazu. Sieht gut aus. Und nachher gehe ich zu einer Probestunde Karate. Wollen wir uns danach auf einen Prosecco treffen“ Karate? Prosecco? Mir stockt der Atem. Ausgerechnet meine Freundin, die in ihrer Freizeit nichts lieber tut, als mit einem Kaffee und einem guten Roman gemütlich und allein auf dem Sofa zu sitzen? Erstaunlich, wie auch das Neue der anderen mich belebt. „Bleib wo du bist!“ antworte ich. „Ich bin gleich bei Dir. Nimmst Du mich mit zur Probestunde?“

2012 – Das wird ein auf jeden Fall spannendes Jahr.  Ihnen viel Mut zu Neuem,  bereichernde und phantastische Veränderungen wünscht Ihnen herzlich

Ihre Meike Müller.